Zur Zukunft der Spitex

Wie wird die Spitex im Jahr 2025 aussehen? Was für Erwartungen muss sie erfüllen? Expertinnen und Experten der Fachveranstaltungsreihe «Zukunft: Spitex» antworten – und kommen zum Schluss: Nicht alles wird und muss sich ändern. Und: Der Mensch ist und bleibt der Erfolgsfaktor für jede Spitex-Organisation.

Bereit fürs Jahr 2025? Diese Frage diskutierten über 120 Spitex-Topkader an der ersten Fachveranstaltung Zukunft: Spitex in Olten. Die Veranstaltung war ausverkauft.

Christian Streit

Christian Streit, Geschäftsführer von Senesuisse, stellte die GDI-Studie «Take Care» vor. «Die Pflege wird 2030 dezentralisiert organisiert und viel mehr auf die Bedürfnisse der Pflegebedürftigen ausgerichtet sein», gab sich Christian Streit überzeugt. In Zukunft brauche es vor allem Vertrauenspersonen. «Ob solche Vertrauenspersonen später wirklich noch als Spitex organisiert sein werden, weiß ich nicht.»

Sonja Lüthi

Die St.Gallen will künftig nur noch mit einer einzigen Spitex-Organisation eine Leistungsvereinbarung abschliessen. Im Moment sind es noch vier Spitex-Organisationen auf Stadtgebiet. Wie sie den politischen Willen umsetzt, skizzierte die St.Galler Stadträtin Sonja Lüthi. Der Einbezug der Mitarbeitenden sei wichtig. «Wir planen eine Zukunftskonferenz, eine Resonanzgruppe, ein Kulturprojekt», so Sonja Lüthi.

Christina Brunnschweiler

Christina Brunnschweiler, CEO der Spitex Zürich Limmat, sitzt in zahlreichen Organisationen, die Berührungspunkte mit der Spitex haben, im Vorstand. Sie rief ihre Kolleginnen und Kollegen dazu auf, sich stärker zu vernetzen und dabei selbstbewusster aufzutreten. «Machen Sie den ersten Schritt!», forderte sie das Publikum auf. Denn so könne man den Rahmen fürs weitere Gespräch eher vorgeben.

Michelle Zimmermann

Die Buchautorin Michelle Zimmermann lebt mit der Hautkrankheit Epidermolysis bullosa und muss täglich viele Verbände wechseln. Sie braucht bis zu vier Stunden Pflege jeden Tag. «Spitex-Kundinnen und -Kunden haben auch Expertenwissen – als Patienten. Das muss man nutzen», machte sie ihren Standpunkt deutlich. Zudem warb sie für mehr Bezugspflege und mehr Mitbestimmung der Pflegepersonen.

Alfred Angerer

Alfred Angerer, Professor an der ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, betonte, dass Digitalisierung nicht alle Probleme lösen werden. Er empfahl: «Spitex-Organisationen sind gut beraten, wenn sie das Innovationsmanagement systematischer angehen.» Zudem warb er für mehr Durchhaltewillen: «Bei einer Veränderung dürfen vermeintliche Ko-Kriterien nicht zu schnell akzeptiert werden.»


Die nächste Fachveranstaltung Zukunft: Spitex für Topkader soll am 20. Februar 2020 stattfinden.

Martin Radtke schreibt Beiträge und Geschichten, die er gerne auf mehreren Plattform weitererzählt. Seit Anfang 2014 ist er selbstständiger Kommunikationsberater. Von 2009 bis 2015 war er Mitinhaber und Verwaltungsrat-Vizepräsident einer privaten Spitex-Organisation.

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