Hühnerhaut wegen Unternehmensvideo

«Dieser Film hat noch gefehlt», sagt Christine Schnyder, die bald drei Jahre die Spitex Linth führt. Seit sie das Unternehmen operativ führt, hat sich viel verändert: Die Qualität wird nun professionell gemanagt, die elektronische Einsatzplanung wurde eingeführt, die interne Kommunikation läuft über die digitale Plattform Qnnect und neu bildet die Spitex Linth auch Lernende aus. In der Öffentlichkeitsarbeit setzt die ehemalige TV-Journalistin immer wieder Duftmarken mit starker Wirkung. Medien berichten wohlwollend über die Mitgliederversammlungen, die für die Besucherinnen und Besucher immer auch unterhaltend sind. An der jüngsten Versammlung wurde das neue Unternehmensvideo uraufgeführt.

Christine Schnyder, Geschäftsleiterin
Spitex Linth

Warum haben Sie in ein Unternehmensvideo investiert?
Bewegte Bilder können mehr bewirken, als nur Text oder ein starres Bild. Durch den Film sind wir näher bei den Leuten, besser fassbar. Die Idee habe ich schon lange mit mir herumgetragen. Ich wollte erzählen, was sich alles hinter der Kulisse abspielt und die Klientinnen und Klienten nie sehen oder spüren. Als Spitex müssen wir unser Image auffrischen. Wir sind hochmodern und professionell. Das wollen wir rüberbringen. Mit dem Video wollte ich zudem den internen Zusammenhalt stärken. Ich habe intern gefragt, wer alles im Film vorkommen möchte.

Wie haben die Mitarbeitenden reagiert?
Sehr positiv. Wer wollte, konnte mitwirken. Ich habe ihnen im Vorfeld ehrlich gesagt, dass man sie höchstens einen Moment lang sieht. Offene ehrliche Kommunikation ist wichtig. Natürlich gab es auch einige, die «nicht im Fernsehen» sein wollten.

Konnten Sie das interne Ziel erreichen?
Ich denke, ja. Wir haben den Film das erste Mal an unserer Mitgliederversammlung gezeigt. Niemand ausser mir hatte den Film vorher gesehen – nicht einmal der Präsident der Spitex Linth, der im Film ja auch vorkommt. Viele Mitarbeitende sagten, sie hätten bei der ersten Präsentation Hühnerhaut gehabt. Später zeigten sie ihn ihren Angehörigen, den Freundinnen und Freunden oder den Klientinnen und Klienten, denen es nicht möglich war, an der Mitgliederversammlung teilzunehmen. Dieses Video hat etwas Verbindendes.

Wie haben Sie den Film finanziert?
Ich habe für den Film exklusive Sponsoren gesucht. Es ist mir in relativ kurzer Zeit gelungen, vier Sponsoren zu finden. Ich wollte bewusst nicht viele kleine Geldgeber, sondern wenige grosse. Die Unternehmen hier in der Region haben viel Sympathie für die Spitex und haben das Projekt mit einem grösseren Betrag unterstützt. Der Film ist etwas Bleibendes, das hat bestimmt auch eine Rolle gespielt. Jedenfalls bin ich sehr dankbar, dass wir so gut unterstützt wurden.

In welcher Zeit haben Sie das Projekt realisiert?
Das ging sehr schnell. Mitte März haben wir damit begonnen, Ende April war der Film fertig. Ich habe inhaltlich mitgearbeitet. In meiner früheren Tätigkeit als TV-Journalistin habe ich viele solche Filme gemacht. Das fällt mir wirklich leicht. Als Geschäftsleiterin kenne ich natürlich unsere Crew sehr gut. Ich kenne Klientinnen und Klienten und wusste darum, wer in Frage kommt. Gemeinsam mit dem Team haben wir festgelegt, welche Klientinnen und Klienten wir anfragen wollen. Alles lief sehr gut. Und natürlich habe ich immer noch ein gutes Netzwerk zu ehemaligen Arbeitskollegen, die bei der Realisation geholfen haben.

Hilft der Film auch bei der Rekrutierung?
Ob er wirklich «hilft», weiss ich nicht. Tatsache ist, dass ich aktuell interessante Dossiers auf dem Tisch habe. Sagen kann ich auch: Wer sich bei uns bewirbt, hat den Film gesehen. Mir ist wichtig, dass sich Bewerberinnen und Bewerber mit uns auseinandersetzen. Sie sollen wissen, für wen sie arbeiten. Insofern unterstützt der Film bei der Personalgewinnung.

Unternehemensvideo Spitex Linth


Christine Schnyder ist seit 2016 Geschäftsleiterin der Spitex Linth, die Leistungsvereinbarungen mit den St. Galler Gemeinden Uznach, Gommiswald, Kaltbrunn, Benken, Schänis, Weesen und Amden hat. Rund 60 Mitarbeitende versorgen die Klientinnen und Klienten.
Christine Schnyder war vor ihrem Spitex-Engagement Produzenten beim Schweizer Radio und Fernsehen SRF und Moderatorin sowie Videojournalistin bei Tele24/Tele Züri.
Christine Schnyder hat sich an der Universität Zürich in Germanistik, Pädagogik und Staatsrecht ausbilden lassen.


Martin Radtke schreibt Beiträge und Geschichten, die er gerne auf mehreren Plattform weitererzählt. Seit Anfang 2014 ist er selbstständiger Kommunikationsberater. Von 2009 bis 2015 war er Mitinhaber und Verwaltungsrat-Vizepräsident einer privaten Spitex-Organisation.

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